{"id":177,"date":"2003-08-09T19:10:35","date_gmt":"2003-08-09T17:10:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.waldfreibad.com\/wordpress\/?page_id=177"},"modified":"2015-03-01T11:17:53","modified_gmt":"2015-03-01T10:17:53","slug":"weiterwursteln-bis-zum-schwur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/?p=177","title":{"rendered":"Weiterwursteln bis zum Schwur?"},"content":{"rendered":"<p>S\u00fcdkurier vom 09. August 2003<\/p>\n<p>Erholung im Waldfreibad H\u00e4usern-H\u00f6chenschwand. Finanziell sieht es f\u00fcr die Anlage allerdings nicht rosig aus, die bringt die K\u00e4mmerer ins Schwitzen.<\/p>\n<p>H\u00e4usern-H\u00f6chenschwand (chk) Doch h\u00e4ngen \u00fcber der Badeanstalt noch dunkle Wolken der Unsicherheit. Erst \u00fcber den Winter, wenn die Sommerhitze wieder fort ist, werden N\u00e4gel mit K\u00f6pfen gemacht, was die Zukunft der Einrichtung angeht. Rund 180000 Euro Defizit fahren die beiden Kommunen pro Jahr ein mit ihrem interkommunalen Bad &#8211; f\u00fcr die klammen Gemeindekassen kaum mehr auf Dauer tragbar: H\u00f6chenschwand hat seit 1997 einen historischen Einbruch bei den \u00dcbernachtungszahlen erlebt, H\u00e4usern hat erhebliche Einbu\u00dfen bei den Gewerbesteuereinnahmen hinzunehmen. Zudem lasten auch auf den Kuretats rote Zahlen: H\u00e4usern rechnet in diesem Jahr mit rund 143000 Euro, die im Tourismus-Eigenbetrieb fehlen, der h\u00f6here Nachbar mit 370000 Euro.<\/p>\n<p>Da sind die Finanzmassen, die im Bad versickern, kein Pappenstiel: In H\u00f6chenschwand, das 60 Prozent des Verlustes zu tragen hat (rund 108000 Euro), macht das immerhin ann\u00e4hernd ein Drittel des Zuschussbedarfs im Kurbetrieb ist. In H\u00e4usern ist es gar rund die H\u00e4lfte. Hinzu kommt, dass das Bad \u00fcber die Jahre marode geworden ist. Sorgenkind ist vor allem die Filteranlage, die ebenso erneuert werden m\u00fcsste wie Rohre. Kostenvolumen: rund 600000 Euro. Zus\u00e4tzlich w\u00e4re ein Technikraum zur Unterbringung der neuen Filterbeh\u00e4lter n\u00f6tig, macht 300000 Euro, von einer Neuflie\u00dfung des Hauptbeckens ganz zu schweigen. So l\u00e4ppert sich der bereits 1992 kalkulierte Sanierungsbedarf rasch auf eine Million Euro zusammen, mithin Geld, das weder der K\u00e4mmerer in H\u00f6chenschwand noch sein Kollege in H\u00e4usern auf dem Konto hat.<\/p>\n<p>Als j\u00fcngst die Gemeinder\u00e4te H\u00e4userns und H\u00f6chenschwands dar\u00fcber berieten, ob man in die Vorplanungsphase f\u00fcr die Umwandlung des Bads in einen Naturbadesee eintreten wolle, war das Meinungsbild denkbar gespalten: Die R\u00e4te aus H\u00e4usern waren daf\u00fcr, die aus dem &#8222;Dorf am Himmel&#8220; dagegen. Dass dies ein Indiz daf\u00fcr ist, in H\u00f6chenschwand st\u00fcnden die Zeichen auf Schlie\u00dfung &#8211; immerhin auch Diskussionsgegenstand -, weist B\u00fcrgermeister Werner Rautenberg zur\u00fcck: Das weitere Vorgehen sei &#8222;noch v\u00f6llig offen&#8220;.Gleichwohl r\u00e4umt er ein, dass seine Gemeinde, anders als H\u00e4usern, f\u00fcr einen Naturweiher eher wenig \u00fcbrig hat.<\/p>\n<p>Grund: Die Erfahrung der vergangenen Sommer lehre, dass die Temperaturen zu niedrig seien, als dass ein Badesee mit wohlig warmem Wasser die Besuchermassen werde locken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sein H\u00e4userner Amtskollege Thomas Kaiser hat sich dagegen bereits zureichend f\u00fcr die See-L\u00f6sung erw\u00e4rmt. Sein Argument: Das naturnahe Erlebnisbad w\u00fcrde einmalig rund 950000 Euro kosten und w\u00e4re aus Tourismusmitteln zu 50 Prozent prinzipiell zuschussf\u00e4hig. Nimmt man das j\u00e4hrliche Defizit hinzu und bedenkt, dass Kosten f\u00fcr Technik, Chemie im Badewasser und Geb\u00e4udeunterhalt wegfallen, w\u00e4ren die bei den Gemeinden verbleibenden Investitionskosten von rund 500000 Euro in wenigen Jahren amortisiert, rechnet Kaiser vor. Die Abwicklung des Bads schlie\u00dft er aus: &#8222;Das w\u00e4re in H\u00e4usern nicht machbar&#8220;, fasst er das Stimmungsbild zusammen.<\/p>\n<p>Bliebe die M\u00f6glichkeit einer Sanierung, die, wie erw\u00e4hnt, rund eine Million Euro kosten w\u00fcrde &#8211; und damit ebenso viel wie ein Naturbadesee. Vom Aufp\u00e4ppeln des bestehenden Bads h\u00e4lt Thomas Kaiser aber wenig, wie er einr\u00e4umt: Dies \u00e4ndere nichts am j\u00e4hrlichen Defizit.<\/p>\n<p>Die Idee, den Einwohnern mit einem B\u00fcrgerentscheid die Zukunft des Waldfreibads in die H\u00e4nde zu legen, wurde in den beiden Gemeinder\u00e4ten wieder aufgegeben. Denn dabei best\u00fcnde die Gefahr, dass die beiden Gemeinden unterschiedlich abstimmen &#8211; und damit f\u00fcr die Dauer von drei Jahren, so lange, wie der Entscheid bindend ist, &#8222;alles Weitere blockiert w\u00e4re&#8220;, sagt Rautenberg. Nun will man mit dem moderateren Mittel der B\u00fcrgerbefragung herausfinden, was die B\u00fcrger w\u00fcnschen. Zuvor soll eine B\u00fcrgerversammlung stattfinden, bei der auch die Modalit\u00e4ten der B\u00fcrgerbefragung gekl\u00e4rt werden &#8211; und weitere Zahlen auf den Tisch kommen: Rautenberg zufolge soll eine m\u00f6gliche Sanierung neu kalkuliert werden, um eine reelle Vergleichsbasis zur Badesee-Planung zu erhalten. Bis zum M\u00e4rz 2004 werde dann unter Einschluss der B\u00fcrgerw\u00fcnsche festgezurrt sein, was aus dem Freibad wird. Freilich k\u00f6nne man, wenn es dann keine einvernehmliche L\u00f6sung gibt, &#8222;auch so weiterwursteln wie bisher: Dann kommt&#8217;s zum Schwur, wenn eine gr\u00f6\u00dfere Unterhaltungsinvestition ansteht&#8220;, meint Werner Rautenberg.<\/p>\n<p>Unterdessen freut sich der H\u00f6chenschwander B\u00fcrgermeister, dass sich die B\u00fcrger emsig an der Diskussion um &#8222;ihr&#8220; Bad beteiligen: Immer neue Ideen werden an die Rath\u00e4user in der Waldshuter Stra\u00dfe und in der St. Fridolinstra\u00dfe herangetragen. Wenn demn\u00e4chst die B\u00fcrgerversammlung stattfindet, werden auch Beitrittserkl\u00e4rungen ausgelegt &#8211; f\u00fcr einen F\u00f6rderverein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waldfreibad H\u00e4usern H\u00f6chenschwand<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-presse-2003"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=177"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":431,"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions\/431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.waldfreibad.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}